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Geschichte

Die Entdeckung der Live-Looping-Technik ist für die meisten Musikerinnen und Musiker eine ganz besondere Erfahrung: Mit relativ geringem technischen Aufwand ist es möglich, erzeugte Klänge während des Musizierens aufzuzeichnen und endlos abspielen zu lassen. Diese Klangschlaufen (Loops) können je nach Ausstattung des verwendeten Geräts musikalischen Transformationen unterworfen werden (z.B. Abspielen mit halber Geschwindigkeit, rückwärts Abspielen, Anreichern mit neuem Klangmaterial, sukzessives Abschwächen).
Die Faszination für diese musikalischen Möglichkeiten führte zur Entstehung einer internationalen Gemeinschaft, welche weltweit Live- Looping-Festivals organisiert, am prominentesten das «Y2K4 International Live Looping Festival» in Santa Cruz, Kalifornien) mit 40 verschiedene Einzelkünstler und Gruppen.
Die Schweiz spielt für das Live Looping eine besondere Rolle, wurde doch ein Klassiker unter den Loopgeräten (das «Paradis LOOP delay») vom Schweizer Matthias Grob in Biel erfunden, konzipiert und realisiert. Das Paradis LOOP delay wurde anschliessend an seine Präsentation an der Frankfurter Musikmesse 1992 vom US-amerikanischen Musikinstrumentenkonzern Gibson als «Echoplex Digital Pro» lizenziert.

Live-Looping

Da es sich beim Live-Looping um eine Technik handelt, ist die daraus entstehende Musik stilistisch nicht vordefiniert. In der gleichen Art wie aber ein Musikinstrument gewisse Stilrichtungen besonders unterstützen kann, hat sich beim Live Looping ein gewisser Schwerpunkt in der Improvisation herausgebildet.
Es gibt aber auch Künstler, die spezifische Kompositionen für Live Looping schreiben. Andere wiederum verwenden die Technik um Jazz-Stücke zu spielen, und dann zu ihrer eigenen geloopten Begleitung Jazz-Solos zu spielen.
Da diese Technik auch die verwendeten Klangquellen nicht vorschreibt, sind verschiedenste Instrumente anzutreffen. Einzelne Künstler spielen auch gleich mehrere verschiedene Instrumente und bauen so sukzessive als Einzelmusiker Stücke auf, die normalerweise von einer ganzen Musikgruppe gespielt würden.
In einem gewissen Sinn kann das Live-Looping als Begleitautomatik, wie man sie von Sequenzern und Drumcomputern kennt, aufgefasst werden. Ein wesentlicher Unterschied des Live Loopings zu diesen Technologien jedoch ist, dass das geloopte Begleitmaterial wesentlich organischer klingt, weil es während des Musizierens eingespielt wird, mit den gleichen Ausdrucksmöglichkeiten und Rubati, die den InstrumentalmusikerInnen und VokalistInnen schon immer zur Verfügung standen. Ein weiterer Unterschied stellt die Tatsache dar, dass bestehende Klangschleifen zum sukzessiven Abklingen gebracht werden können, während gleichzeitig neues Material eingespielt wird. Dies erlaubt einen stufenloses Mäandern zwischen verschiedenen musikalischen und improvisatorischen Ideen.
Die typischen Loopgeräte bieten mindestens folgende Funktionen an: Starten und Beenden einer neuen Aufnahme, Overdubbing (Beimischen von neuem Klangmaterial zur bestehenden Schlaufe), Regulation des Feedbacks zwischen 0 und 100%: Damit lässt sich einstellen, zu wieviel Prozent der ursprünglichen Lautstärke eine Klangschleife wiederholt wird. Mit diesen drei Grundfunktionen sind die wichtigsten musikalischen Ausdrucksmittel für das Live-Looping gegeben. Die meisten Geräte bieten weitergehende Funktionen an, wie Umkehren der Klangschleife, Abspielen mit veränderter Geschwindigkeit/Tonhöhe. Alle Funktionen lassen sich über Fusspedale aufrufen, damit die Hände für das instrumentale Spiel frei bleiben.
Während die Technik des Looping (je nach Standpunkt) schon in der Mitte des 20. Jahrhunderts erforscht und angewendet wurde (mit Tonband-Schlaufen), handelt es sich beim Live-Looping um eine signifikante Innovation der letzten zehn Jahre in diesem Bereich. Erst mit der Verfügbarkeit von erschwinglicher Digitalelektronik wurde es möglich, Loopgeräte zu bauen, die Live Looping bühnentauglich anzuwenden erlauben.

www.livelooping.org
www.loopersdelight.com

Autor: Electroboy
Veröffentlicht: 24.08.2005

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