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Präsentation und Austausch

// Flora von Deutschland kreiert in Echtzeit Video Sequenzen aus realen und synthetischen Abbildungen, zerlegtem Bildmaterial und poetischen Texten. Sie verwebt intuitiv Videomaterial mit Musik, dem Raum und dem Publikum und kreiert Situationen als Quelle für Reflektion und somit als Ausgangspunkt für Projektion. Wie erreicht sie das? Gäbe es eine Anleitung, wäre sie vielleicht wiefolgt: Im Zustand des Flow das logische Denken abschalten und dem Zufall soviel Platz einräumen, dass durch die Intuition das Unterbewusste die Antwort gibt. So, dass das Erfassen und die Erkenntnis nicht mehr nur über den Inhalt des Bildes, sondern inbesondere im Kontext zur Atmosphäre möglich wird. Aus der Situation heraus reagieren, Emotionen und Wahrnehmung verstärken, dämpfen und katalysieren. Bewusstsein entsteht im Moment der kraftvollen Verwebung von Musik, Raum und Mensch mit den stilisierten, bewegten Bildern einer modernen Lichtorgel...

Wer ist Flora von Deutschland?
Als Flora von Deutschland bin ich Visualistin und bewege seit 2000 Bilder. In meiner Videoliveperformance trete ich in Kontakt mit der Musik, dem Raum und den Menschen. Im Deli Berlin in einer alten Schiffsmotorenhalle an der Spree hat alles angefangen. Gemeinsam mit Videosex bespiele und projeziere ich als "permakult -- p3:ma KULT" Räume, visuell oder audiovisuell.

Wie würdest du deine Arbeiten definieren?
Als Begegnung. Begegnung lässt sich nicht wirklich definieren = the great divide.

Unter www.tastbau.de.vu findet man deine kreative Gemeinschaft. Magst du sie uns vorstellen?
Mit Tastbau hat das Gruppenkonstrukt - ich haben es Gemeinde 1 genannt - seinen Startpunkt gefunden. Meinen Wunsch, als Mitglied in einer avantgarden - heute würde ich es eher postpostmoderne (dilettantistik) nennen - Gesellschaft aktiv zu sein, habe ich mit der Gründung von Tastbau zum Ausdruck gebracht. Orientiert hatte ich mich zuvor an Gruppen wie "blauer Reiter", "Gruppe Cobra", "Spur", "SI" (situationistische internationale) , culture jamming usw. Auf tastbau.de.vu gibt es nicht VIEL zu sehen, da wir uns langsam bewegen. Wir nehmen uns die Zeit einfach. Lassen uns nicht drängen. Tastbau fungierte als der Zusammenschluss dreier/ manchmal vierer Freunde auf der Basis gemeinsam zu Schaffen. Im Prinzip wollte ich mehr mit meinen Freunden zusammen sein können, Gleichgesinnte kennenlernen und mir keine Sorgen machen müssen über den Geldwahnsinn. Weg vom Konsumieren hin zum Selbermachen und dabei möglichst viele Leute mitnehmen.

Erzähl doch mal von eurem Verein PILOT. Warum, weshalb, wer und was?
Pilot wurde im August 2004 geboren. Ein gemeinnütziger Verein zur Förderung unabhängiger Kunst und Kultur in Berlin. Die Idee dahinter war, eine wachsende selbstbestimmte Gruppe (Tastbau) in eine gesellschaftsverträgliche Rechtsform zu stecken, um kreativen Menschen, die sich in den verschiedensten Genres der "Kunst" / "Lebenskunst" bewegen, eine Plattform zur Präsentation und zum Austausch zu erschaffen. Speziell denen, die durch das gängige Förderungssystem nicht berücksichtigt werden, wollten wir Stimme verleihen und ihnen unabhängig von Bewertungskriterien Möglichkeiten des eigenen Ausdrucks bieten, sichtbar machen, was hinter der Fassade der organisierten Kunstindustrie an Gemäuer steht und ein eigenes Gebäude bewohnbar machen. Also: Haltet ein! Aus 3 sind schon ein paar mehr als 7 geworden. Pilot hat viele piloten. Wir fliegen gemeinsam und allein. Unser /private plane/ rocken wir!

Im Anhang deiner Mails steht: "Enter the present. Future is now." Wie meinst du das?
Aus meinen Wünschen und der Suche nach Gemeinschaft ist die Erkenntnis
gewachsen, dass eigendlich alles schon da ist. Die Gegenwart zu betreten, bedeutet für mich, die als ehemals angesehene Zukunft hier und jetzt sein zu lassen. Zukunft ist jetzt. Da habe ich mich gedanklich hinbewegt - jetzt ist future - jetzt ist now. Das hört sich vielleicht etwas seltsam an, spiegelt aber
gleichzeitig das Problem der Erfahrungsvermittlung über Sprache wieder. Ein Kommunikationsphänomen, mit dem ich mich immer wieder auseinandersetzen muss.

Welche Frage möchtest du noch beantworten?
Meine persönlichen Fragen, die mir "wer weiss wer" beantworten kann, lauten: Wie funktioniert die geldlose Gesellschaft wirklich (Situationisten - Rauol Vaneigem - gegen die Ökonomie siehe: An die Lebenden)? Wie geht man am besten mit der einem ständig verfolgenden Angst vor Verlust um? Aber dazu ein ander mal mehr.

www.flora-von.de
www.asconet.org:8000/antville/videosex
www.pilot.de.vu

Autor: electroboy / Bild: Presse
Veröffentlicht: 14.09.2005

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