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Inhalt: Randnotizen zum Leben mit elektronischer Musik.
Autor: Bjørn Schaeffner, mail, website
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Der Kieselsteinremix
Die Aare, natürlich. Die Aare, derzeit stark frequentierter Berner Stadtfluss, hat mich mit Carl Craig versöhnt. Wenigstens vorübergehend. Wie das? Eigentlich sollte hier eine Carl Craig-Polemik stehen, denn die momentane Aufregung um den Detroiter Produzenten ist mir ein Rätsel. Allein der Hype um den «Falling up»-Remix. Überbewertet, eine Dramaqueen, die in Walkürenpomp über die Dancefloors stolziert. Aber halt, es sollte ja keine Polemik werden. Dafür eine Anleitung für eines der letzten grossen nautischen Abenteuer der Menschheit: Packt im Muribad, einige Kilometer vom Stadtzentrum entfernt, eure Siebensachen (Buch, MP3-Player, Sandalen, T-Shirt, Hosen, Kohle, Handy) in drei Abfallsäcke, verschnürt diese feste und packt sie im Babuschka-Pinzip ineinander, so dass nur noch die Kopfhörer vom MP3-Player rausschauen. Rein in die Aare, Abfallsack dito, den Sack umarmt. Kopfhörer reingesteckt. Play. «Poor People must Work» von Rhythm & Sound im Remix von Carl Craig. Und hier kommts, das Minimirakel: Während man so die Aare runterfliesst, gesellt sich in den Gehörgängen eine zweite Spur zum Track. Eine Spur, die weitaus komplexer und kleinteiliger ist: Rollende Kiesel. Rauschen. Das kristalline Flüstern des Flusses allüberall. Ein formvollendeter Re-Remix von der grünen, grünen Aare. Wie ein Basic Channel sozusagen. Nur natürlicher. Mehr im Fluss halt. Ja, es geht einfach nichts über die Aare.
Veröffentlicht: 01.08.2006
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