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Inhalt: Vinyle kommentiert von Miky Merz.
Autor: Miky Merz, mail, website
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#3
Im Zeitalter von Fast Food und übergewichtigen Teens, die höchstens mit ihren Frisuren (scheint es) die Disco-Beinarbeit wettmachen, empfiehlt es sich, auf die Ingredienzen der Klubmusik zu achten, wo Schütteln beim Auflegen selbstverständlich erlaubt ist. Im Folgenden einige illustre Interpreten für das sommerliche Wohlbefinden fitter 33-Somethings.
DJ Spinna
«Back 2 U»
12, Pepe Recordings
An der Sonne gereifte Melodien, die Jahre brauchen um auf die Erde zu gelangen, stammen von niemand anderem als DJ Spinna. «Intergalactic Soul» ist ein erfrischendes Album, «Back 2 U», die 12, involviert alleine schon Leute wie Selan, ein Multiinstrumentalist aus Roy Ayers Gegend. Die Originalversion der 12 ist schliesslich die beste Schnitte, weil sie zäh wie Holundersirup schmeckt, etwas lau ist dagegen Selans Vocal-House. Fazit: Stay tuned for more sunshine!
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Cam-Net
«Who Was That...»
12, Camnet 001
Die erste Veröffentlichung auf einem White-Label, die einen öffentlichen Grund hat: Eigentlich wollen sich zwei tansanische Brüder mit Discomusik ihre Reisen finanzieren. Mitterweile ist ihr knackiger Re-Edit eines Boogieklassikers weltweit gesucht. Die A-Seite dreht sich irgendwie um Bootsy, während die B-Seite ein heisser Mix des raren Teils einer Gruppe namens Mantu ausmacht. Diese Omelette spielen Leute wie Greg Wilson oder Erik Rug. Discomusik kann so schmackhaft sein.
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Erik Rug Feat. Dynamix
«Tribute To My People»
12, Les Disques Du Telegraphe
Remixe von Clubhits klingen zu 99% gleich oder einfach gestreckter, strukturell betrachtet. Die «Tribute To My People»-Versionen klingen aber wegen den Kuhglöckchen frischer. Und wegen einem Chor à la Pink Floyd, einer unverwechselbaren Kickdrum, wegen dieser Retrosounds, die an Bambaataa erinnern, wie dieser einst seine Roots mit Synthies vermischte. Es ist herber Dub und süss-saurer Hip-House vorzufinden bei Monsieur Rug. Die Vocals kommen von Dynamix, der 80er-Jahre Zulu-Nation-MC! Die Repress ist definitiv besser.
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Cro-Magnon
«Cro-Magnon»
Album, Japan Press, Jazzy Sport
Shigetoshi Otake (Schlagzeug) Tsuyoshi Kosuga (Gitarre, Bass) und Takumi Kaneko (Keyboards) sind jene Japaner, die versuchen, seit zehn Jahren epische Tanzstücke zu spielen, ohne dass sie je ein Sack in Europa angehört hätte. Das sollte sich ändern. Ihr selbst betiteltes Debut bietet 13 ausgereifte Disco- und Jazzkompositionen, die Captain Future oder Major Tom eifersüchtig machen würden. Anspielstipps: «Space Love», und auch «Love Like Bubbles» ist superb!
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Chico Mann
«Manifest Tone Sampler V. I»
EP, Kindred Spirits
Die Qual der Wahl nimmt dieses Mal ein Ende mit Chico Mann alias Marquitos Garcia. Der Gitarrist der New Yorker Antibalas suchte die Selbständigkeit in Electronica und Afrorhythmen. «Say What» zum Beispiel schneidet Grooves an, die Shuggie Ottis oder Nightmares On Wax hätten präparieren können. Vor allem Rich Medina setzte sich dafür ein, dass Chicos bescheidene Heimwerkerversionen mit Breaks, Effekten und clubbigen DJ-Bouquets ausgestattet wurden. Die chillige EP findet sicher Geschmack.
Veröffentlicht: 15.7.2006
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