Sehr komisch: Kapielski bläst sein Werk
Es kommt selten vor, dass Bücher wirklich, unbemüht und auf eine luftige Weise brüllend komisch sind. Thomas Kapielski schreibt sie, sein neuer Merve-Band «Anblasen Texte zur Kunst» enthält neben der Werkentstehungsgeschichte seines «Gesamtluftwerks» (alle seine Bücher aus aufblasbarem Gummi) ausgewählte Anekdoten aus der maroden Kunstwelt: Einmal sendet er einen Kühlschrank, der leuchtet, wenn er zu ist, und dunkel wird, wenn er geöffnet wird, an eine Londoner Ausstellung, bei der alles dunkel ist. Ein anderes Mal kommen drei Künstler unabhängig voneinander auf dieselbe (bescheuerte) Idee. Und einmal wird ihm ein Text abgelehnt, in dem er festhält, wieviel er damit verdient (80 Mark). Am Anfang steht dann auch noch eine frische und verständliche Kunsttheorie des deutschen Kunstprofessors, Literaten, Zeichners, Bastlers und bekennenden Theater- und Kinohassers, deren wichtigstes Gesetz es ist, dass die tote Materie Kunst nur durch den Beschreibenden überhaupt Bedeutung erhält.
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Autor: Pascal Blum
/ Bild: Cover
Veröffentlicht: 03.04.2006
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